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Эл. №ФС77-60625 от 20.01.2015
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Lateinische Entlehnungen in der deutschen Sprache als Spiegel der Kultur

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Die Entlehnungen in der deutschen Sprache und ihre Klassifikation.


Unter dem Terminus Entlehnung versteht man sowohl den Entlehnungsvorgang, d.h. die Übernahme fremden Sprachgutes, als auch das Resultat dieses Prozesses- das entlehnte fremde Sprachgut selbst. In der lexikologischen Forschung sind entlehnte Lexeme und feste Wortkomplexe Objekte der Analyse.

Zur Betrachtung verschiedener Intergrationsprozesse und funktionalkommunikativer Leistungen des entlehnten Sprachgutes sind einige Grundbegriffe zu präzisieren. Das sind vor allem Arten und Formen lexikalischer Entlehnung.

Nach der Art der Entlehnungen sind zu unterscheiden:

1. Sach- und Wortentlehnung;

2. Wortentlehnung.

Im ersten Fall, d.h. bei der Sach- und Wortentlehnung, werden fremde Formative übernommen, deren Sachverhalte in der betreffenden Sprache neu oder unbekannt sind. Das Ergebnis einer solchen Entlehnung sind z.B. im Deutschen genetisch lateinische Wörter, die von den germanischen Stämmen bei ihrer ersten Berührung mit den Römern übernommen wurden: Mauer (murus), Ziegel (tegula), Kalk (calk), Pforte (porta), Fenster (fenestra), Keller (cellarium) u.v.a.m.

Nach der Entlehnungsform sind zu unterscheiden:

1. Fremdwortübernahme. Bei dieser Entlehnung werden fremde Formative in die entlehnende Sprache übernommen. Das Ergebnis sind Fremdwörter vom Typ: Bungalow- einstockliges (Sommer) Haus, Designer- Formgestalter für Gebrauchsgüter. Der parallele Terminus dafür ist formale Entlehnung.

2. Lehnprägung. Dieser Entlehnungsvorgang besteht in der Nachbildung des fremden Inhalts mit Mitteln der eigenen Sprache. Bei genauer Analyse kann man hier einige Unterarten unterscheiden, von denen vor allem Lehnübersetzung, Lehnubertragung und Lehnbedeutung zu nennen sind.

Bei der Lehnübersetzung (russ.калькирование) handelt es sich um eine Nachbildung der Morphemstruktur von Fremdwörtern oder fremden Wortgruppen: Wandzeitung (russ. стенгазета), Held der Arbeit (russ. Герой Социалистического Труда).

Lehnübertragung ist eine freihe Wiedergabe der Morphemstruktur der entlehnten Wörter: patria- Vaterland, longplaing- Langspielplatte.

Lehnbedeutung ist die Zuordnung einer fremden Bedeutung zu einem deutschen Formativ. Eine Lehnbedeutung aus dem Russischen war „Arbeitskollektiv“ in der semantischen Struktur von Pionier.

Von diesen Formen der Übernahme sind die Bezeichnungsexotismen zu unterscheiden. Sie werden zur Benennung fremder Gegebenheiten, Einrichtungen benutzt: Kopeke, Dollar, Cent, Wallstreet, Rude, Pravo, Prawda, Kreml.




Es gibt auch die Entlehnungen aus anderen Sprachen: aus dem Franzosischen (Tanz, Manier, fein, klar, prüfen, Platz, Preis, Palast, Turm, logieren u.a.m), aus dem Italienischen (Bank, Konto, Kredit, Risiko, Kanone, Kavallerie, Oper, Konzert, Arie, Bariton u.a.), aus dem Englischen (Ventilator, Scheck, Koks, Opposition, Brandy, Boxer, Klub, Export u.a.), aus slawischen Sprachen(Zobel, Quark, Gurke, Schops u.a)

Verschiedene Aspekte bei der Betrachtung des entlehnten Wortgutes fanden ihren Ausdruck in den verschiedenen Klassifikationen der entlehnten Lexik.

In erster Linie ist hier die traditionelle Klassifikation zu nennen, die seit Beginn des 20 Jhs. in der deutschen Germanistik allgemein gebraucht wurde. Danach wird das entlehnte Wortgut in zwei Gruppen eingeteilt:

1. Lehnwörter

2. Fremdwörter.

Zu den Lehnwörtern rechnet man Entlehnungen, die im Deutschen völlig assimiliert sind, d.h. sich dem Deutschen in Lautgestalt, Betonung, Flexion und Schreibung völlig angepasst haben. Als Fremdwörter bezeichnet man Entlehnungen, die ihren fremden Charakter bewahrt haben. Zu Lehnwörtern gehören dementsprechend die allerältesten Entlehnungen in den germanischen Sprachen –keltische Entlehnungen aus dem 5-3 Jh. v.u.Z.: Eisen, Amt; voralthochdeutsche lateinische Entlehnungen: Mauer, Ziegel, Fenster, Strasse u.a.; voralthochdeutsche und althochdeutsche lateinische und griechische Entlehnungen, die mit der Christianisierung der germanischen Stämme und der Entwicklung der Kloster übernommen wurden: Kloster, Mönch, Münster, Schule, Tafel, Priester u.a.

Fremdwörter sind entsprechend dieser Klassifikation Entlehnungen, die von ihrer fremden Lautung, Betonung, Flexion und Schreibung im Deutschen noch etwas bewahren, z.B.: Journal, Feuilleton, Chiffre, Milieu, Valuta.

Da dieser Klassifikation praktisch nur der Grad der formalen Anpassung zu Grunde liegt und eine völlige Assimilation für die meisten germanischen, althochdeutschen, mittelhochdeutschen und z.T. frühneuhochdeutschen Entlehnungen typisch war, wurde die Unterscheidung in Lehn- und Fremdwörtern mit dem Kriterium der Entlehnungen verbunden. So werden alle Entlehnungen bis 15 Jh. als Lehnwörter, alle Entlehnungen von den 16 Jh. ab als Fremdwörter betrachtet.

Der erste Versuch, die deutschen Entlehnungen aus neuer Sicht zu analysieren, wurde in Germanistik von L.R. Zinder und T.V. Strojeva unternommen. Im Wortgut der deutschen Gegenwartssprache wurden drei Gruppen unterschieden:

1. Deutsche Wörter.

2. Internationalismen.

3. Fremdwörter.

Die dritte Gruppe umfasst Entlehnungen, die:

-(a) ihre Lautung beibehalten;

-(b) parallel zu deutschen Synonymen bestehen;

-(c) schwache wortbildende Produktivität;

-(d) in einigen Fällen auch eine spezifische lexikalische Bedeutung haben: Gentleman, Spleen, Snob.

Das semantische Verhältnis zwischen dem Fremdwort und dem deutschen Wort liegt seiner Klassifikation zu Grunde. Man unterscheidet:

1. Fremdwörter mit direkter deutscher Entsprachnung,

2. Fremdwörter ohne direkte deutsche Entsprachnung,

3. vieldeutiges Fremdwort,

4. umfassendes Fremdwort.

Diese Klassifikation gewährt einen Einblick in die Angleichung der Bedeutung des Fremdwortes an das deutsche lexikalisch-semantische System.



































Drei Schichten der lateinischen Entlehnungen.

(historische Ursachen der lateinischen Entlehnungen).



Die Entlehnung der Lexik aus einer Sprache in die andere gehört zu den gesetzmäßigen Folgen der sprachlichen Kontakte auf dem ökonomischen, politischen, kulturellen, wissenschaftlichen und sportlichen Gebiet, die es in der Entwicklungsgeschichte einer jeden Sprache gibt.

Das entlehnte Wortgut im lexikalischen System der deutschen Sprache ist zahlenmäßig sehr bedeutend, was auf den geschichtlichen Besonderheiten der Entwicklung des Landes zurückzuführen ist. Hier sind historische Bedingungen aufschlussreich, die schon aus dem germanischen und frühdeutschen Alter im deutschen Wortschatz bedeutende Spuren hintergelassen hatten, und die spätere Periode der Ausgestaltung der deutschen nationalen Schriftsprache im Zusammenhang mit der Ausgestaltung der deutschen Nation.

Die verlangsamte Überwindung des Feudalismus, die gescheiterte frühbürgerliche Revolution (die Reformation des 16.Jahrhunderts) waren die historischen Ursachen für die spätere und unvollkommene bürgerliche Entwicklung zur Herausbildung der deutschen Nation. Deutschland blieb im Laufe der Jahrhunderte ein Land der Klein- und Kleinstaaten und geriet infolgedessen in verschiedenen historischen Perioden unter dem wirtschaftlichen, politischen und kulturellen Einfluss anderer, höher entwickelten Länder.

Diese sozial- historischen Ursachen geben Aufschluss auch über Arten, Wege und Formen der Entlehnung in verschiedenen Perioden der deutschen Geschichte.

Nicht auβerhalb des Kontextes der kulturellen und politischen Verhältnisse sind besonders starke Einflüsse des Lateinischen auf die deutsche Sprache in folgenden Epochen zu beobachten- die Römerzeit: 50 Chr.-5 Jh. n. Ch., die Christianisierung führt fort von 5.Jh bis 9 Jh.; das Zeitalter des Humanismus Ende 15 Jh.-16Jh.-und schlieβlich im 19-20Jh.; was vor allem die sog. Internationalismen betrifft, die oft von lateinischen bzw. griechischen Stämmen abgeleitet sind.

Entscheidung für das Schicksal der entlehnten Lexik ist immer ein Zusammenwirken konkreter historischen Umstände. Es gibt aber einige Gesetzmäßigkeiten, die sich auf Grund der Zusammensetzung des gegenwärtigen deutschen Wortbestandes formulieren lassen: in erster Linie sind im lexikalischen System der deutschen Sprache Entlehnungen verwurzelt, die Sach- und Wortentlehnungen waren und Sachverhalte einer höheren Entwicklungsstufe repräsentieren, auf der sich das kontaktierende Volk in wirtschaftlicher und kultureller Hinsicht befand.

Das zeigte die erste Schicht der lateinischen Entlehnungen in den westgermanischen Sprachen. Zur Zeit der ersten Berührung mit dem Römischen Reich lebten die Germanen in der Gentilordnung, während die Römer gerade den Höhepunkt in der Epoche der Sklaverei erreicht hatten. Entlehnungen aus diesem Zeitalter waren deshalb Wörter, die Begriffe einer hohen entwickelten materiellen Welt repräsentieren, z.B. aus der Kriegstechnik: Strasse-spatlat. strata-„gepflasterter Weg“ - römische Heerstrasse; aus der Technik des Steinbaus: Fenster (fenestra), Kammer (camera), aus Ackerbau, Garten-, Obst-, Weinbau: Frucht (fructus), Flegel (flagellum), Kohl(caresche), Kirsche(ceresie), Most (mustum).

Zahlreiche Sach- und Wortenlehnungen in diesem germanischen Zeitraum wurden ferner auch aus anderen Bereichen übernommen –aus Verwaltung, Rechtsprechung, Handel, aus dem täglichen Leben u.a.m.

Ein ähnliches Bild bieten lexikalische Entlehnungen aus dem Lateinischen und Griechischen ins Frühdeutsche im Zusammenhang mit der Christianisierung der Germanen seit dem 5. Jh. besonders jedoch im 7. und 8. Jh. als im wesentlichen die deutschen Stämme christianisiert wurden. Besonders viele lateinische Entlehnungen entstanden bis zum 11. Jh. auch infolge der in den Klostern gepflegten Bildung und des Unterrichts: Kirche (griech. kyriakon), Bischof (griech. episcopos), Engel (griech. angelos), Teufel (griech. diebolos), Altar (lat. altare), Chor (lat. Chorus), Messe (lat. missa), Kloster (lat. clostrum), Nonne (spätlat. nonna), Schule (lat. scola), Tafel (lat. tabula), Tinte (lat. tincta), schreiben (lat. scribere).

Die dritte starke Schicht lateinischer Entlehnungen in der deutschen Sprache war im Zeitalter des Humanismus (14-16 Jh.) zu beobachten. Die Orientierung an den antiken Sprachen, vor allem an dem klassischen Latein dieser Zeit, macht sich auf viele Gebiete bemerkbar (im Fachwortschatz des Buchdrucks, der Musik, des staatlichen Lebens, des Rechtsweges, der Kirche), aber insbesondere im Wortschatz der Universitäten und Hochschulen: Aula, Auditorium, studieren, Abitur, Zensur, Akademie, Doktor, Professor, Examen, Fakultät, Rektor, Lektion, Katheder, Lyzeum, Prima, Sexta, repetieren, rezitieren u.a.m.

Lateinische Entlehnungen aus humanistischer Gelehrsamkeit bestehen z.T. auch in modernen Fachwortschätzen, z.B. im Buchdruck, in der Mathematik u.a. Der Einfluss dieses Zeitalters ist aber auch darin zu sehen, dass zahlreiche Termini der modernen Wissenschaften und Technik vielfach aus dem Lateinischen, Griechischen oder durch eine Kombination der beiden gebildet werden: Kosmodrom, Kosmographie, Kosmovision, Television u.a.













Lateinische Entlehnungen als Spiegel der Kultur.



Heute noch sind im Sprachsystem des Deutschen die Spuren erkennbar, die von den andauernden Kontakten zwischen verschiedenen Kulturen zeugen. Als ein besonders anschauliches Beispiel kann eine besonders reiche Gruppe von ursprünglich lateinischen Wörtern in deutscher Lexik genannt werden. Hier besteht auβerdem der Vorteil, dass man auch ziemlich lange Entwicklung von diesem Bestandteil des deutschen Wortschatzes betrachten kann, da die ersten Entlehnungen noch in die germanische Epoche reichen, während andere mehr oder weniger noch heute übernommen werden. In der modernen deutschen Sprache ist eine große Menge der entlehnten Wörter zu finden.

Beim Vergleich des Umfanges der entlehnten Lexik lateinischer Herkunft in der deutschen Sprache stellte es sich heraus, dass das erste Wörterbuch der Fremdwörter von Simon Rott „Teutscher Dictionarius“ (1571 Jahr) nur 2000 Fremdwörter enthält, dabei die meisten Wörter sind lateinischer Herkunft, während das Wörterbuch von 1980 mit dem Umfang 40000 Fremdwörter schon 75-80% Wörter lateinisches Ursprungs hat. Solch eine große Zahl lateinischer Entlehnungen zeugt von ihrer außerordentlich wichtigen Bedeutung für die moderne deutsche Sprache.

Also, die Entlehnungen spiegeln Kriege und historische Geschehen, Ideologien, Moderichtungen, wissenschaftliche und technische Entwicklung und in erster Linie Kulturwandel wider; die Verfolgung der Zeit, Wege und Ziele der Entlehnungen aus dem Lateinischen helfen die Geschichte und Kulturwandel des deutschen Volkes durch die Sprache zu verstehen.

Es ist bekannt, dass Wörter des lateinischen Ursprungs die Achse des modernen Wortgutes der deutschen Sprache bilden und sie im Laufe der Entwicklungszeit der Sprache entlehnt wurden und dieser Prozess wird auch heute fortgesetzt.

Unser Ziel ist durch entlehnte Lexik Entwicklungsprozesse der deutschen Kultur zu verfolgen.

Unter dem Terminus Kultur versteht man die Gesamtheit des materiellen und geistigen Schatzes, der von der Menschheit im Gange der gesellschaftlich-historischen Praxis geschaffen wurde und die erreichte Stufe in der Gesellschaftsentwicklung charakterisiert.

Im Gange der gesellschaftlich-historischen Praxis erscheinen als Folge zahlreicher Beziehungen zwischen Sprachträger, Kontakten und Kulturverbindungen, als Ergebnis der ökonomischen, politischen, religiösen und kulturellen Einwirkungen auch Sprachentlehnungen und dienen dadurch zur Bereicherung und Erneuerung des Wortgutes.

Entlehnungen der fremden Lexik ist ein gesetzmäβiger Vorgang und ist mit dem Entwicklungsniveau und der Kultur des Landes, das das Wortgut entlehnt, verbunden.

Der römische Einfluss (nicht nur auf die Sprache) war vor allem von dem unvergleichbar höheren Zivilisationsgrad der Mittelmeergebiete bestimmt. In dieser Zeit wurden mehr als 500 Wörter übernommen, die im deutschen Wortschatz vollkommen organisch assimiliert sind.

Das Wörterbuch von Drosdowski enthält 350 Wörter griechisch-lateinischen Ursprungs und 370 abgeleiteter und zusammengesetzter Wörter der ersten Entlehnungsschicht, die zu Basiswortgut der Sprache gehören und die verschiedene Seiten der Bräuche, Traditionen und Kultur der Germanen widerspiegeln. Als Grund dazu diente die höhere Entwicklungsstufe der materiellen und geistigen Kultur der Griechen und Römer, mit denen die Germanen enge Beziehungen hatten.

Betrachten wir einige Beispiele der lateinischen Entlehnungen, die man als Latinismen bezeichnet. Latinismen sind Wörter, die aus dem Lateinischen als Herkunftsprache oder zumindest über das Lateinische als Vermittlersprache entlehnt wurden. Das Deutsche hat ausweislich mehrerer Wörterbücher mehr Wörter aus dem Lateinischen in seinen Wortschatz übernommen als aus irgendeiner anderen Sprache.

Die meisten Begriffe spiegeln Erscheinungen verschiedener Lebensbereiche wider. Besonders häufige Lehnwörter in bestimmten semantischen Feldern zeigen auf die Phänomene, die die Germanen erst bei den Römern kennen lernten und für die sie daher keine eigenen Bezeichnungen hatten. Ausdrücke von Krieg- und Militärwesen wurden von Germanen während ihres langen Dienstes in der römischen Armee zunächst als Söldner, später als Foedereti kennen gelernt. Aus dieser Gruppe waren z.B. folgende zu nennen: Kampf (lat. campus) oder Pfeil (lat. pilum). Auch viele Bezeichnungen für die bisher unbekannten Lebensmittel oder auch Gegenstände des täglichen Gebrauchs sind aus dem Lateinischen übernommen: Pfeffer (lat. piper), Kümmel (lat. cuminum), Senf (lat. sinapis), Käse (lat. caseus), Pilz (lat. boletus), Spiegel (lat. speculum), Kuche (lat. coquina), Schüssel (lat. scutella), Pfanne (lat. panm), u.s.w.

Im Altertum spielten eine große Rolle Verkehr, Handel und Handelskultur. Viele Begriffe von dem Verkehr und Handel stellten für die Germanen eine Neuigkeit vor: Straße (lat. strata, gepflasterter Weg), Markt (lat. mercatus), Kaufmann (lat. caupo), Kiste (lat. cista), Korb (lat. corbis), Sack (lat. saccus), Münze (lat. moneta), Pfund (lat. pondo).

Daran erinnern auch Bezeichnungen der Lasttiere, die die Waren verlagert haben: Maultier (lat. mulus), Esel (lat. asinus), Pferd (lat. paraverdus).

Auf dem Gebiet der Schiffahrt machten sich Germanen mit neuen technischen Leistungen bekannt und begannen sie zu benutzen. Früher benutzten die Germanen als Anker große Steine und nur später erfuhren sie von Römern über spezielle Anker, die sie übernahmen: Anker (lat. ancora).

Dann erschienen in der deutschen Sprache Ableitungen und zusammengesetzte Wörter von diesem Wurzel: ankern, verankern, Ankerbalken, Maueranker.

Die Germanen gebrauchten auch die Erfahrung der Römer auf dem Gebiet des Bauwesens. Die bisher höchstens in hölzernen Häusern wohnenden Germanen lernten auch die Gebäude aus Stein oder Ziegel kennen. Die betreffende Terminologie ist daher auch sehr stark von dem Lateinischen beeinflusst: Ziegel (lat. tegula), Mauer (lat. cellarium), Fenster (lat. fenestra), Mühle (lat. molina).

Es ist interessant, dass das Wort Fenster (lat. Fenestra) bedeutete „ein Loch in der Wand für Luft und Licht“ - verdrängte der deutsche Begriff „Augentor“. Das entlehnte Wort Kammer (lat. camera) bedeutete zuerst bei Germanen nur ein kleines getrenntes Schlafzimmer und wurde später vieldeutig: -Vorratskammer, Schatzkammer, Zivilkammer, Volkskammer u.a.m.

Mit der Entwicklung des Topferhandelwerkes kommt ins Deutsche auch die Lexik aus diesem Wirtschaftszweig: Kanne (lat. canna) d.h. ein Behalter mit der Tülle, Kassel (lat. cesel)

Begriffe für viele Alltagsgegenstände wurden auch von Germanen bei Römern entlehnt: Kassel (lat. catilus) d.h. Wasserbehalte; Eimer (lat einber).


Einen großen Einfluss übte auf die Germanen römische Kultur des Ackerbaus, besonders Weinlesens und Gartenbaus. Viele Ausdrücke von dem Gartenbau bzw. Weinbau sind ebenfalls lateinischer Herkunft. So zahlreiche Bezeichnungen für nicht einheimische Pflanzen, die zuerst wohl in den Klöstergärten angebaut wurden, sind Lehnwörter aus dem Lateinischen: Petersilie (lat. petrosilum), Salbei (lat. salvia), Rose (lat. rosa), Lilie (lat. lilia), Veilchen (lat. viola), Frucht (lat. fructus), Kirsche (lat. ceresia), Zwiebel (lat. cipolla), Pflaume (lat. prunum), Pfirsich (lat. persicia) Kohl (lat. caulis), Kelter (lat. calcatura), Kelch (lat. calix), Essig (lat. acentum), Wein (lat. vinum). Das Wort „Wein“ kam aus Pontus, den man für Heimat der Weinbaukultur hielt. Von den Römern machten sich die Deutschen mit Weinlesen bekannt und so erschien in der deutschen Sprache das Wort „Kelter“ – lat. calcatura – Traubenpresse, Weinessig (lat. acetum).

Im Alltagsleben der Deutschen kamen viele neue Begriffe, wenn sie von den Römern über viele Obst- und Gemüsearten erfuhren, zum Beispiel – Kirsche (lat. ceresia) – ein Baum mit süßen Kirschen.

Das Verb „impfen“ (lat. imputare), das heutzutage in Medizin gebraucht wird, gehörte früher zur Lexik des Gartenbaus und hatte Bedeutung „einen Baum impfen“.

Dank der Bekanntschaft mit höherer Ackerbaukultur erscheint das Wort „Wanne“ (lat. wannus), das früher „Getreide“, „Futterschwinge“ bedeutete. Und nur später, ungefähr im 14. Jahrhundert erhielt das Wort die moderne Bedeutung – Rauminhalt für Baden.

Viele Begriffe für Bäume und Pflanzen sind ins Deutsche aus dem Lateinischen gekommen:

Akazie (lat.) – acacia

Kamille (lat.) – camomilla

Anis (lat.) – anisum

Das Wort „Kamille“ stamm verkürzt vom lateinischen Wort „camomilla“ und bedeutete Erdapfel als Assoziation nach dem Geruch.

Alle diese Begriffe sind aus dem Gebiet der materiellen Kultur. Die Untersuchung der lateinischen Entlehnungen überrascht durch eine große Menge der Wörter auf den Gebieten der Wissenschaft, und nämlich Medizin, Philosophie, Geographie, die zum Altertum und Mittelalter gehören, aber des lateinischen oder griechischen Ursprungs sind. So zum Beispiel bereicherte das Schreiben das Wortgut der deutschen Sprache mit vielen Begriffen:

Brief (lat.) – brefe

Schreiben (lat.) – scribere

Tinte (lat.) – tinkta

Römische Mythologie findet ihre Widerspiegelung auch in der deutschen Sprache. Die Namen von Göttern und mythischen Helden sind auch lateinisches Ursprungs: Flora (lat. flös) – bedeutete Blume, Diana (lat. dian).

Der Begriff „Gewissen“ erschien in Europa aus Griechenland. Man glaubte, dass das beliebige schlechte Benehmen in Bezug auf Götter oder Menschen einen Zeuge hat, „den inneren Zeuge“.

Besonders viele lateinische Entlehnungen sind in Medizin zu finden. Es ist interessant, dass das Wort „Arzt“ (lat. archiater) kam zu Merovingen von den Römern. Apotheke, Gift, Kolik, Angina, Kur – diese und andere Begriffe lateinisches Ursprungs veränderten im Gange der gesellschaftlichen Entwicklung und der Sprachentwicklung ihre ursprüngliche Bedeutung.

Viele Begriffe, die mit der Zeitteilung verbunden sind – zum Beispiel Periode, Epoche, Stadium, Phase, Benennungen der Monaten und Tage kamen ins Deutsche auch durch griechische und römische Kultur. Alte Monate und Tagenamen verschwinden (Januar hieß früher Hornung, Sporkel) und wurden durch lateinische Entlehnungen ersetzt – Januar (lat. Januarises), Sonntag (Solis, sunnuntag), Montag (Lunae, manatag), Dienstag (Martis, ziostag), Mittwoch (Mercurii, Übertragung nach kirchenlateinischem: media hebdomas; z.B. im Englischen WednesdayWodanastag), Donnerstag (Jovis, donarestag), Freitag (Veneris, friatag), Samstag (Saturni, Schabath – Ruhetag; im Englischen dagegen Saturday).

Also erhielten alle Wochentage ihre Namen nach den Namen 7 alten Planeten.

Im frühen Mittelalter, bereits in der Sprachperiode des Althochdeutschen wurde fortwährend in der amtlichen Kommunikation, wie auch in den Gelehrtenkreisen ausschließlich Latein benutzt, bis 8. Jahrhundert ist das Deutsche wahrscheinlich nur in der gesprochen Sprache lebendig. Um die vollkommene Christianisierung des Reiches durchsetzen zu können, war aber die Volkssprache nötig. Die althochdeutschen Schriftdenkmäler sind vorwiegend in den Zentren der Missionierung – den Klostern entstanden.

Die christliche Gedankenwelt musste oftmals immer noch so gut wie heidnische Germanen kompliziert vermittelt werden. Viele neue Begriffe mussten eingeführt werden, ob durch Umdeutung, Neubildung oder Übernahme. Immerhin basierten diese Wörter meistens auf den lateinischen (bzw. seltenen, griechischen) Vorbildern. So wurden die ursprüngliche Bedeutung einiger germanischen Wörter von christlichen Inhalten ersetz: z.B. Hölle, Gott. Außerdem entstanden einige Neubildungen, jeweils aufgrund des Lateinischen, wie z.B. Demut oder Heiligtum. Vor allem kommen aber auch in dieser Periode direkte Entlehnungen vor. Es handelt sich um die Bezeichnungen der kirchlichen Hierarchie und kirchlichen Einrichtungen: Papst (papa), Kaplan (capellanus), Kloster (clostrum), Zelle (cella), Alter (altare), Orgel (organum), Pilger (peregrinus), Kreuz (crux), predigen (predicare) und so weiter.

Mit dem Klosterwesen waren jedoch auch etliche mehr oder weniger säkulare Angelegenheiten verbunden, wie z.B. Schriftkultur, die bis zu hohem Mittelalter nahezu ausschließlich nur im Rahmen der kirchlichen Sphäre bleibt. Aus diesem Bereich sind z.B. folgende Ausdrücke lateinischer Herkunft: schreiben – schribere; dichten – dictare; Tinte – tincta aqua, gefärbtes Wasser; Pergament – pergamentum; Tafel – tabula; Griffel – graphitum, auch in Anlehnung auf das ahd. grifangreifen; auch Kanzler – cancellarius; Kanzlei – cancelli; aus anderen Bereichen z.B. Mantel – mantellum; Teppich – tapetum.

In der mittelhochdeutschen Epoche setzten die Einflüsse des Lateinischen zwar fort, wurden aber zeitweilig abgeschwächt und z.B. von dem Französischen zum Teil ersetzt. Erst dann mit dem Humanismus und seinem erneuten Interesse für die klassische Antike verstärkte sich der Einfluss des Lateinischen auf die Nationalsprachen. Latein blieb eine Sprache der Gelehrten und in gewisser Weise auch ein Vorbild. So wurde auch der deutsche Wortschatz von vielen Begriffen lateinischer Herkunft bereichert, die teilweise auch fast synonyme Bedeutungen zu bestehenden Wörtern haben können. Zum Teil wurde die Lexik auch mit den Termini der sich rasch entwickelnden Wissenschaften bereichert. Im Humanismus wurde auch die klassische griechische Kultur wieder aufgenommen, so dass sich diese Einwirkungen auf das Deutsche auch beweisen lassen, oft jedoch mit der lateinischen Vermittlung. Diese Ausdrücke sind so gut wie unverändert aus der Ausgangssprache übernommen und ihre Herkunft ist in der Regel ohne Schwierigkeiten festzustellen. Von der großen Menge von Wörtern seien folgende genannt: aus der Verwaltungssprache: kopieren, Magistrat, Registratur, Archiv; aus der Rechtssprache: Advokat, Arrest, Testament; aus der Medizin: Nerv, Patient, Rezept; aus der Mathematik: multiplizieren, dividieren, addieren, subtrahieren, Quadrat, plus, Produkt; aus der Grammatik: Konjugation, Deklination, Konsonant; aus dem Bereich der Universität: Dissertation, immatrikulieren, Student, Kommilitone, Professor, Examen, Rektor, Dekan, Doktor, Fakultät, Magister, Promotion; und aus der Druckersprache: Fraktur, Makulatur, Korrektur, Format

Die Nachwirkungen des Lateinischen in der Neuzeit und Gegenwart sind meist im Rahmen der Internationalismen zu sehen. Ins Deutsche kommen solche Begriffe oft vermittelt aus anderen Sprachen, z. B.: Kommunismus ( < communis – gemeinsam. aus dem Französischen), von den neusten Ausdrücken: optimieren ( < optimus – der Beste), Super-Ego (über ich) u. a. m.












Einen großen Einfluss übte auf die Germanen römische Kultur des Ackerbaus, besonders Weinlesens und Gartenbaus. Viele Ausdrücke von dem Gartenbau bzw. Weinbau sind ebenfalls lateinischer Herkunft. So zahlreiche Bezeichnungen für nicht einheimische Pflanzen, die zuerst wohl in den Klöstergärten angebaut wurden, sind Lehnwörter aus dem Lateinischen: Petersilie (lat. petrosilum), Salbei (lat. salvia), Rose (lat. rosa), Lilie (lat. lilia), Veilchen (lat. viola), Frucht (lat. fructus), Kirsche (lat. ceresia), Zwiebel (lat. cipolla), Pflaume (lat. prunum), Pfirsich (lat. persicia) Kohl (lat. caulis), Kelter (lat. calcatura), Kelch (lat. calix), Essig (lat. acentum), Wein (lat. vinum). Das Wort „Wein“ kam aus Pontus, den man für Heimat der Weinbaukultur hielt. Von den Römern machten sich die Deutschen mit Weinlesen bekannt und so erschien in der deutschen Sprache das Wort „Kelter“ – lat. calcatura – Traubenpresse, Weinessig (lat. acetum).

Im Alltagsleben der Deutschen kamen viele neue Begriffe, wenn sie von den Römern über viele Obst- und Gemüsearten erfuhren, zum Beispiel – Kirsche (lat. ceresia) – ein Baum mit süßen Kirschen.

Das Verb „impfen“ (lat. imputare), das heutzutage in Medizin gebraucht wird, gehörte früher zur Lexik des Gartenbaus und hatte Bedeutung „einen Baum impfen“.

Dank der Bekanntschaft mit höherer Ackerbaukultur erscheint das Wort „Wanne“ (lat. wannus), das früher „Getreide“, „Futterschwinge“ bedeutete. Und nur später, ungefähr im 14. Jahrhundert erhielt das Wort die moderne Bedeutung – Rauminhalt für Baden.

Viele Begriffe für Bäume und Pflanzen sind ins Deutsche aus dem Lateinischen gekommen:

Akazie (lat.) – acacia

Kamille (lat.) – camomilla

Anis (lat.) – anisum

Das Wort „Kamille“ stamm verkürzt vom lateinischen Wort „camomilla“ und bedeutete Erdapfel als Assoziation nach dem Geruch.

Alle diese Begriffe sind aus dem Gebiet der materiellen Kultur. Die Untersuchung der lateinischen Entlehnungen überrascht durch eine große Menge der Wörter auf den Gebieten der Wissenschaft, und nämlich Medizin, Philosophie, Geographie, die zum Altertum und Mittelalter gehören, aber des lateinischen oder griechischen Ursprungs sind. So zum Beispiel bereicherte das Schreiben das Wortgut der deutschen Sprache mit vielen Begriffen:

Brief (lat.) – brefe

Schreiben (lat.) – scribere

Tinte (lat.) – tinkta

Römische Mythologie findet ihre Widerspiegelung auch in der deutschen Sprache. Die Namen von Göttern und mythischen Helden sind auch lateinisches Ursprungs: Flora (lat. flös) – bedeutete Blume, Diana (lat. dian).

Der Begriff „Gewissen“ erschien in Europa aus Griechenland. Man glaubte, dass das beliebige schlechte Benehmen in Bezug auf Götter oder Menschen einen Zeuge hat, „den inneren Zeuge“.

Besonders viele lateinische Entlehnungen sind in Medizin zu finden. Es ist interessant, dass das Wort „Arzt“ (lat. archiater) kam zu Merovingen von den Römern. Apotheke, Gift, Kolik, Angina, Kur – diese und andere Begriffe lateinisches Ursprungs veränderten im Gange der gesellschaftlichen Entwicklung und der Sprachentwicklung ihre ursprüngliche Bedeutung.

Viele Begriffe, die mit der Zeitteilung verbunden sind – zum Beispiel Periode, Epoche, Stadium, Phase, Benennungen der Monaten und Tage kamen ins Deutsche auch durch griechische und römische Kultur. Alte Monate und Tagenamen verschwinden (Januar hieß früher Hornung, Sporkel) und wurden durch lateinische Entlehnungen ersetzt – Januar (lat. Januarises), Sonntag (Solis, sunnuntag), Montag (Lunae, manatag), Dienstag (Martis, ziostag), Mittwoch (Mercurii, Übertragung nach kirchenlateinischem: media hebdomas; z.B. im Englischen WednesdayWodanastag), Donnerstag (Jovis, donarestag), Freitag (Veneris, friatag), Samstag (Saturni, Schabath – Ruhetag; im Englischen dagegen Saturday).

Also erhielten alle Wochentage ihre Namen nach den Namen 7 alten Planeten.

Im frühen Mittelalter, bereits in der Sprachperiode des Althochdeutschen wurde fortwährend in der amtlichen Kommunikation, wie auch in den Gelehrtenkreisen ausschließlich Latein benutzt, bis 8. Jahrhundert ist das Deutsche wahrscheinlich nur in der gesprochen Sprache lebendig. Um die vollkommene Christianisierung des Reiches durchsetzen zu können, war aber die Volkssprache nötig. Die althochdeutschen Schriftdenkmäler sind vorwiegend in den Zentren der Missionierung – den Klostern entstanden.

Die christliche Gedankenwelt musste oftmals immer noch so gut wie heidnische Germanen kompliziert vermittelt werden. Viele neue Begriffe mussten eingeführt werden, ob durch Umdeutung, Neubildung oder Übernahme. Immerhin basierten diese Wörter meistens auf den lateinischen (bzw. seltenen, griechischen) Vorbildern. So wurden die ursprüngliche Bedeutung einiger germanischen Wörter von christlichen Inhalten ersetz: z.B. Hölle, Gott. Außerdem entstanden einige Neubildungen, jeweils aufgrund des Lateinischen, wie z.B. Demut oder Heiligtum. Vor allem kommen aber auch in dieser Periode direkte Entlehnungen vor. Es handelt sich um die Bezeichnungen der kirchlichen Hierarchie und kirchlichen Einrichtungen: Papst (papa), Kaplan (capellanus), Kloster (clostrum), Zelle (cella), Alter (altare), Orgel (organum), Pilger (peregrinus), Kreuz (crux), predigen (predicare) und so weiter.

Mit dem Klosterwesen waren jedoch auch etliche mehr oder weniger säkulare Angelegenheiten verbunden, wie z.B. Schriftkultur, die bis zu hohem Mittelalter nahezu ausschließlich nur im Rahmen der kirchlichen Sphäre bleibt. Aus diesem Bereich sind z.B. folgende Ausdrücke lateinischer Herkunft: schreiben – schribere; dichten – dictare; Tinte – tincta aqua, gefärbtes Wasser; Pergament – pergamentum; Tafel – tabula; Griffel – graphitum, auch in Anlehnung auf das ahd. grifangreifen; auch Kanzler – cancellarius; Kanzlei – cancelli; aus anderen Bereichen z.B. Mantel – mantellum; Teppich – tapetum.

In der mittelhochdeutschen Epoche setzten die Einflüsse des Lateinischen zwar fort, wurden aber zeitweilig abgeschwächt und z.B. von dem Französischen zum Teil ersetzt. Erst dann mit dem Humanismus und seinem erneuten Interesse für die klassische Antike verstärkte sich der Einfluss des Lateinischen auf die Nationalsprachen. Latein blieb eine Sprache der Gelehrten und in gewisser Weise auch ein Vorbild. So wurde auch der deutsche Wortschatz von vielen Begriffen lateinischer Herkunft bereichert, die teilweise auch fast synonyme Bedeutungen zu bestehenden Wörtern haben können. Zum Teil wurde die Lexik auch mit den Termini der sich rasch entwickelnden Wissenschaften bereichert. Im Humanismus wurde auch die klassische griechische Kultur wieder aufgenommen, so dass sich diese Einwirkungen auf das Deutsche auch beweisen lassen, oft jedoch mit der lateinischen Vermittlung. Diese Ausdrücke sind so gut wie unverändert aus der Ausgangssprache übernommen und ihre Herkunft ist in der Regel ohne Schwierigkeiten festzustellen. Von der großen Menge von Wörtern seien folgende genannt: aus der Verwaltungssprache: kopieren, Magistrat, Registratur, Archiv…; aus der Rechtssprache: Advokat, Arrest, Testament…; aus der Medizin: Nerv, Patient, Rezept…; aus der Mathematik: multiplizieren, dividieren, addieren, subtrahieren, Quadrat, plus, Produkt…; aus der Grammatik: Konjugation, Deklination, Konsonant…; aus dem Bereich der Universität: Dissertation, immatrikulieren, Student, Kommilitone, Professor, Examen, Rektor, Dekan, Doktor, Fakultät, Magister, Promotion…; und aus der Druckersprache: Fraktur, Makulatur, Korrektur, Format…

Die Nachwirkungen des Lateinischen in der Neuzeit und Gegenwart sind meist im Rahmen der Internationalismen zu sehen. Ins Deutsche kommen solche Begriffe oft vermittelt aus anderen Sprachen, z. B.: Kommunismus ( < communis – gemeinsam. aus dem Französischen), von den neusten Ausdrücken: optimieren ( < optimus – der Beste), Super-Ego (über ich) u. a. m.





















Schlussfolgerung.



Es ist bekannt, dass jede Sprache Fremdwörter enthält, die aus vielen Sprachen entlehnt sind. Davon zeugt der lexikalische Baum. Es ist klar, dass das deutsche Wortgut in seinem lexikalischen System Lehnwörter aus dem Lateinischen, Französischen und anderen Sprachen besitzt. Das entlehnte Wortgut des lateinischen Ursprungs im lexikalischen System der deutschen Sprache ist zahlenmäβig sehr bedeutend und wird im Kontext der kulturellen und historischen Verhältnisse betrachtet.

Jakob Grimm schrieb: „Die Entlehnung der Lexik aus einer Sprache in die andere gehört zu den gesetzmäβigen Folgen der sprachlichen Kontakte auf dem ökonomischen, politischen, kulturellen, wissenschaftlichen und sportlichen Gebiet, die es in der Entwicklungsgeschichte einer jeden Sprache gibt“.

Das Studium der etymologischen Wörterbücher lässt folgende Schluβfolgerungen ziehen:

-die Wörter der lateinischen Etymologie im Deutschen stellen die größte Schicht der entlehnten Wörter dar.

-Lateinische Entlehnungen gehören zum Basisteil des deutschen Wortgutes in der modernen Sprache.

-Lateinische Entlehnungen beteiligen sich auch im Bildungsprozesse neuer lexischen Einheiten im modernen Deutschen.

Also, die Lexik wird vom Lateinischen ins Deutsche regelmäβig, in großer Menge entlehnt und spiegelt riesige Kontakte des deutschen Volkes mit anderen Völkern der Welt wider. Leistungen, Entdeckungen, Erfindungen verschiedener Länder und Begriffe, die mit ihnen verbunden sind, füllen die materielle Welt auf und erweitern und bereichern das Wortgut der deutschen Sprache. Auf solche Weise erfuhren die Germanen durch lateinische Sprache über optische Entdeckungen: z.B. das Wort Brille (lat. beryllus) ist mit dem Halbjuwelstein Beryll verbunden und erste Brille wurde zuerst in der südindianischen Stadt Belur hergestellt.

Es ist wichtig folgendes zu betonen: sowohl zu seiner Zeit übte griechische und römische Kultur einen großen Einfluss auf die deutsche Kultur, als auch in nachfolgenden historischen Zeiträumen wurde die deutsche Kultur von der Kultur anderer Länder beeinflusst, die sich im bestimmten Zeitraum auf einem höheren Entwicklungsniveau befanden. Und das alles fand ihre Widerspiegelung in lateinischen Entlehnungen.

Anhand der lateinischen Lehnwörter in der deutschen Lexik kann man fortwährende Kontakte der beiden Kulturkreise beobachten und zwar in ihrer Dynamik und Bedingtheit durch allgemeine gesellschaftliche und kulturhistorische Faktoren.




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Дата добавления 08.09.2016
Раздел Иностранные языки
Подраздел Другие методич. материалы
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Номер материала ДБ-181316
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